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Das Reisen ist für mich nicht nur Ausgleich zum stressigen Berufsalltag, sondern vielmehr eine Möglichkeit, andere Regione, andere Religonen, andere Menschen, andere Sitten und andere Genüsse kennenzulernen. Das Reisen erweitert mein Bewusstsein, baut Vorurteile ab und macht bewusst, wie bunt das Leben sein kann.

Was bedeutet Reisen? Es gibt ein oberflächliches und ein hintergründiges Motiv. Das oberflächliche ist natürlich der Tapetenwechsel, wir sehen unbekannte Landschaften, schlendern durch fremde Städte, treffen andere Menschen als zu Hause. Zudem bewegen wir uns in der Ferne anders als zu Hause und erleben so einen angenehmen Kontrast zum Alltag. Das hintergründige Motiv zieht an existenzielleren Strippen: Vielleicht erleben wir Reisen auch als eine Art Versprechen auf ein noch nicht gelebtes Leben. So können wir im Unterwegsein auch die unentdeckten Möglichkeiten unserer selbst erkunden.

Reiseträume sind für breite Bevölkerungsschichten noch gar nicht so lange realisierbar, erst seit Ende des 19. Jahrhunderts, als aufgrund des technischen Fortschritts Fahrten in fremde Länder und Regionen auf angenehme Weise möglich wurden. Da setzte dann allmählich der eigentliche Tourismus ein. Dieser begann im Zeitalter der „Belle Epoque“, allerdings war er das damals zunächst nur auf großbürgerliche Kreise beschränkt. Die Cöte d’Azur, die italienische Riviera, die englische Kanalküste und die Kaiserbäder der Ostsee waren die ersten Reiseziele. Dort entstanden die ersten Hotels, dort traf sich das Großbürgertum und war unter seinesgleichen. Zu jener Zeit war das Reisen eine Sache des Sozialprestiges, aber als später dann andere Kreise vom Reisefieber erfasst wurden, veränderte sich das Motiv. Man wollte Ferien machen von der bürgerlichen Gesellschaft mit ihrem strengen Regelkorsett, durch das die Menschen im Alltag eingespannt waren. Urlaub vom Frust, Routine und Unterordnung.

Das treibt den Touristen von heute noch an, er erhofft sich vor allem eines: Freiheit auf Zeit. Das Reisen als Ventil für die Frustrationen eines Lebens, das man so nicht will. Daraus erklären sich dann auch die bizarren Formen der All-inclusive-Gettos, wo der Tourist wie im Paradies schwelgen kann, wo er endlich für eine gewisse Zeit einmal das tun kann, was ihm im normalen Leben versperrt bleibt: grenzenlos konsumieren, sein gesellschaftliches Elend vergessen und sich in einer fiktiven Welt sonnen.

Doch drehen wir das Rad noch einmal zurück zu der Form des Unterwegseins, das ernsthafter ist und tiefer. Das im bildungsbürgerlichen Sinne ein Entdecken neuer Möglichkeiten ersehnt, ein Erleben neuer Kulturen mit dem Ziel, im Fremden sich selbst zu erkunden. Diese vom aufklärerischen Bildungsideal getragene Form des Reisens war— für wenige Privilegierte erreichbar — durch die Jahrhunderte hinweg das Motiv, um in die Fremde aufzubrechen, sich dort dem Unbekannten auszusetzen und Abenteuer zu erleben. Wann erleben wir denn sonst noch Abenteuer? Im normalen, alltäglichen, bürgerlichen Leben wohl kaum, sondern im Reisen..

Wir sind immer Reisende in unserem Leben, und wir leben nicht nur eingepasst in eine Umwelt, sondern wir sind weltoffen. Zu dieser Weltoffenheit gehört das Ändern, das Erkunden, das Einrichten von Welten — und genau das geschieht beim Reisen. Man kommt irgendwo an, kennt die Topografie der Stadt nicht, kauft sich einen Stadtplan, findet sich zurecht, sucht sein Hotel, stellt die Sachen ab und macht einen ersten Erkundungsgang durch den neuen Ort. Wenn man diesen Orientierungsprozess auf eigene Faust unternimmt, dann kann man dabei in einen ungemein intensiven inneren Monolog mit sich selbst gelangen. Man baut sich in Gedanken eine Orientierungskarte zusammen, findet sich mit der Zeit immer besser zurecht, und so langsam wird man dann ein wenig heimisch in der neuen Umgebung. Das ist spannend. Dieser Prozess ist unterbunden, wenn man ihn nicht individuell macht, sondern in einem Arrangement vom Reiseveranstalter geboten bekommt. Es ist intensiver, sich allein auf den Weg zu machen. Beim Reisen auf eigene Faust ist man ungleich stärker mit sich selbst konfrontiert. Ich muss aber zugeben, dass die arrangierte Kulturreise den unschätzbaren Vorteil hat, sachkundig geführt zu werden. Wie heißt es doch? „Man sieht nur, was man weiß.” Das stimmt schon ein wenig.

Als ich auf der Reise nach Griechenland war, klagte eine Frau: „Ach, und nächste Woche muss ich in den Irak”, eine Tour jagte die nächste. Reisen als strategisches Unterfangen, um jegliche Selbstbegegnung zu vermeiden, gibt es auch, und möglicherweise ist das heute sogar die Regel. Es ist schade, dass wir so wenig Zeit für uns selbst aufbringen, um wirklich zu reisen. Wichtig erscheint mir, dass man thematisch reist. Nach jeder guten Reise ergeben sich automatisch Anschlussmöglichkeiten. Man sollte einen einmal eingeschlagenen Pfad weitergehen und nicht Asien bereisen, dann Nordamerika oder Nordafrika, unter dem Motto: Da war ich noch nicht, da muss ich hin. Die Tiefe liegt in der Wiederholung, wenn man ein Land zum zweiten oder dritten Mal erlebt und auch die Menschen besser kennenlernt. Dann tritt das Phänomen der wirklichen Begegnung und Vertiefung ein.

Es kann sich heutzutage nicht jeder einen Dreiwochenurlaub leisten, von daher gibt es eine wirkliche Begrenzung. Natürlich legt man sich die Begrenzung auch selbst auf, vielleicht haben wir mehr Zeit, als wir glauben, vielleicht gewichten wir unsere Zeit auch so, dass sie uns permanent knapp erscheint. Aber das wahre Reisen, das existenziell kolorierte Reisen braucht immer eine Verschmelzung zwischen dem, was ich sehe, und dem, was meine Seele überhaupt aufnehmen kann. Wenn ich zu viel sehe, ist das wie eine Schaufensterreise, bei der ich am Ende gar nicht mehr weiß, wie viele Kirchen ich gesehen habe, weil alles verschwimmt. Hier triumphiert dann Quantität über Qualität. Qualitatives Reisen bedeutet, dass es eine Begegnung geben sollte zwischen mir und der gesehenen Welt. Ich muss das, was ich sehe, auch immer für mich kommentieren, muss es mit meinen eigenen Worten beschreiben und sollte nicht nur den kulturellen Text aus dem Reiseführer abgreifen. Nein, im echten Reisen bin ich wirklich „dort“, und dafür braucht es die Muße und auch den Mut, beispielsweise in einen Tempel zu gehen, um dort einfach nur zu sitzen, die Leute zu beobachten und die Atmosphäre zu fühlen. Oder in einer Kathedrale an einem Gottesdienst teilzunehmen. Es ist wichtig, sich plötzlich auftauchenden Möglichkeiten, die sich vor Ort ergeben, auch zu widmen, möglicherweise auch vom eigenen Plan abzuweichen, um Spielraum zu haben und die augenblickliche Welt wirklich in sich einströmen zu lassen.

Das ist uns irgendwie eigen, eine Zukunft zu entwerfen, die schöner, farbiger, verheißungsvoller sein wird als die Gegenwart – es ist beklagenswert, wenn man so wenig im Hier und Jetzt lebt, gedanklich immer flüchtet und sich eine schönere Zukunft ausmalt. Doch zur Verteidigung dieser zutiefst menschlichen Eigenschaft muss ich sagen, dass darin auch unsere utopische Kraft besteht, und hätten wir sie nicht, dann wären wir tatsächlich auch in der Gegenwart ärmer. Aber: Ist es denn wirklich so, dass wir im Urlaub völlig anders sind und neue Aspekte unserer Persönlichkeit an die Oberfläche spülen, die wir auch sofort leben? Das sehe ich skeptisch, denn wir werden uns dabei ertappen, dass wir am Nachmittag um halb fünf nervös auf die Uhr schauen, wenn wir beispielsweise noch kein Hotelzimmer gefunden haben. Diese Strukturen arbeiten weiter. Und bekanntlich gibt es auch Belege dafür, dass für Paare der Urlaub ein riskantes Unternehmen ist, weil sie in ungewohnter Intensität auf sich selbst zurückgeworfen und mit einer Nähe konfrontiert sind, die sie nicht mehr meistern können.

Für die philosophischen Reisen, die ich organisiere, muss ich eine Lanze für Gruppenreisen brechen, weil man philosophieren am besten mit anderen kann, gemeinsam macht es die Dinge viel leichter und anregender. Aber allein zu reisen kann in bestimmten Lebensphasen auch gut und heilsam sein. Besonders, wenn es ein tiefes, aufgeschobenes, nicht ausgelebtes Bedürfnis nach Eigenzeit gibt, wenn man zu viel Zeit in den Job oder in die Familie hat fließen lassen müssen. Dann kann es hilfreich sein, in der Fremde für sich zu sein, durch die Gegend zu laufen, andere Menschen kennenzulernen, das Erlebte aufzuschreiben oder einfach zu fotografieren. Aber man sollte seinen Computer mit Internetanschluss zu Hause lassen, weil man sich zu stark an die alte Welt anbindet. Es müssen nicht unbedingt E-Mails beantwortet werden, man kann auch mal zwei Wochen in seinem Leben nicht erreichbar sein. Ins Gepäck sollte, was man vor Ort wirklich braucht – Musik für lange Busfahrten, Bücher über das Land, einen guten Roman und ein Tagebuch. Und man sollte Platz im Koffer lassen, um etwas mitzubringen.

Welcome to Meknes “The Ismailite Capital of Morocco”

Vor ein paar Tagen war ich das erste Mal in Meknès und habe mich in die prachtvolle Stadt und deren Geschichte verliebt! Gerne bringe ich Dir die Stadt und seine Umgebung ein wenig näher..  

Meknès ist eine Stadt im nördlichen Marokko mit rund 600.000 Einwohnern. Sie liegt in der Region Fès-Meknès am Fuße des Mittleren Atlasgebirges. Ihr Name leitet sich vom Berberstamm der Miknasa ab, der den Ort ursprünglich besiedelte. Die gesamte Altstadt von Meknès wurde von der UNESCO im Jahr 1996 in ihre Liste des Weltkulturerbesaufgenommen.

Die Stadt liegt etwa 550 Meter über dem Meeresspiegel in einer fruchtbaren Ebene zwischen dem Zerhoun-Massiv im Norden und dem Mittleren Atlas im Süden. Die Stadt Fès ist etwa 60 km (Fahrtstrecke) in nordöstlicher Richtung entfernt, die marokkanische Hauptstadt Rabat befindet sich etwa 152 km westlich. Mitten durch die Stadt verläuft das Wadi Bou Fekrane.

Die Lage der Stadt in einem der landwirtschaftlich ertragreichsten Gebiete Marokkos macht die Stadt zu einem wichtigen Umschlagplatz für landwirtschaftliche Produkte (Getreide, Obst und Gemüse) und zu einem regionalen Zentrum für Handel und Handwerk. Die Nationale Landwirtschaftsschule Marokkos hat hier ihren Sitz. In den vergangenen Jahrzehnten sind auch mittelständische Industrieunternehmen (Zementherstellung, Metallverarbeitung etc.) entstanden.

Ursprünglich lebte in der Gegend der Berberstamm der Meknassa, der im 9. oder 10. Jahrhundert aus dem heutigen Tunesien einwanderte. Doch durch die Aktivitäten Moulay Ismails und später der Franzosen kamen auch viele arabisch-stämmige Bewohner hinzu. Seit den 1970er Jahren haben sich erneut viele Berberfamilien aus allen Teilen Marokkos hier angesiedelt. Man spricht heute generell Marokkanisch-Arabisch.

Bauten während der Herrschaft von Moulay Ismail

Der wirtschaftliche Wohlstand des Alawidenreichs ermöglichte eine umfangreiche Bautätigkeit. Neben der Befestigung von Städten und der Verlagerung der Hauptstadt von Fès nach Meknès ließ er dort eine Palastanlage von gigantischen Ausmaßen errichten. Leute die diesen Palast gesehen haben, beschreiben die Anlage als größer als die von Versailles.

Die Arbeitskräfte für den Bau der Palastanlage stellten tausende von weißen Sklaven aus allen Teilen Europas und Nordamerikas, die unter entsetzlichen Bedingungen schuften mussten. Die hohen Ausfälle wurden durch neue Raubzüge der Korsaren aus Salé ergänzt. Moulai Ismails Erfahrungshintergrund und Charakter zeigen sich auch im Bau zahlreicher über das Land verteilter Festungen (Kasbahs) – am bekanntesten sind die Kasbahs von Settat und von Boulaouane.

Die Palastanlage Mulai Ismails wurde im Jahr 1755 beim Erdbeben von Lissabon zerstört. Sein Mausoleum sowie Teile seiner imperialen Architektur, darunter die Stadt- und Palastmauern mit dem Tor Bab Mansour oder die Speicherbauten und Stallungen des Heri es-Souani, sind jedoch bis heute erhalten geblieben.

Zeitgenossen behaupten, dass Moulay Ismail mit 500 Frauen 888 Kinder gezeugt haben soll!

Sehenswürdigkeiten

Die Stadt teilt sich in zwei Hälften, die Medina im Westen und die unter französischer Herrschaft entstandene Ville nouvelle im Osten. Die natürliche Grenze zwischen beiden Stadtteilen bildet der Oued Bou Sekrane.

An der Place el Hedim, dem weiten Platz vor dem berühmten Stadttor Bab Mansour, befindet sich ein überdachter Markt für Lebensmittel. Die Souks von Meknès gehören zu den schönsten und ursprünglichsten des Landes.

Prachtvoll ist auch das Mausoleum von Moulay Ismail mit angeschlossener Moschee, das von Mohammed V. restauriert wurde. Den weißen Sarkophag flankieren überraschenderweise zwei barocke Standuhren, die in dem orientalischen Dekor fremdartig anmuten. Sie waren ein Geschenk des französischen „Sonnenkönigs“ Ludwig XIV. an Moulay Ismail.

Auch die anderen Stadttore aus der Zeit Moulay Ismails (Bab Berdayyin, Bab Khemis u. a.) gehören zu den imposantesten Anlagen ihrer Art in Marokko.

Im Februar 2010 stürzten nach tagelangen Regenfällen das Minarett und Teile des Daches der unter Sultan Moulay Ismail errichteten Bab-Berdieyenne-Moschee ein. Der vom König versprochene Wiederaufbau lässt noch auf sich warten.[2]

Im Westen außerhalb der Altstadt liegt am Eingang eines großen Friedhofs das verehrte Mausoleum (Qubba) des Sidi Mohammed ben Aïssâ, des Gründers der volksislamischen Aissaoua-Bruderschaft.

Speicherbauten und Stallungen heri es-souani

Die riesigen Speicherbauten und Stallungen des Heri es-Souani sind ebenfalls sehenswert.

Stadt Volubilis

Ausflüge zu den Ruinen der etwa 25 km nördlich gelegenen römischen Stadt Volubilis und zum unmittelbar daneben liegenden Pilgerort Moulay Idriss sind empfehlenswert.

Bab Mansour in der Medina von Meknes

Pilgerort Moulay Idriss

Kutschen in Meknès

Place el Hedim